Meist begründen sie dies mit dem verfassungsrechtlichen Informationsauftrag, der sie angeblich dazu zwinge, auf der auf rechts gepolten Propagandaplattform des US-Unternehmers Elon Musk zu bleiben.
Na, was haben wir denn hier für Hirnakrobatik?
Ansonsten gilt:
- Twitter/X boykottieren = wichtig
- Fediverse integrieren = wichtiger
Es ist nicht entschuldbar, dass die Bundesregierung Twitter/X weiter nutzt, während sie das Fediverse liegen lässt. Die bessere Alternative liegt vor ihren Füßen. Man könnte sogar beides gleichzeitig nutzen, wenn man Twitter/X so doll lieb hat. Das sie es überwiegend nicht tut, spricht eine Sprache.
Ich hadere damit auch etwas. Einerseits stimmt es natürlich, dass ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk das produzieren sollte, was die Leute sehen wollen und auch da, wo sie sind. Wenn es vorher nur Radio gibt und irgendwer jetzt den Fernseher erfindet, dann macht es total Sinn, dass es auch ein öffentlich-rechtliches Fernsehprogramm gibt. Und wenn das Internet sich verbreitet, macht es auch irgendwie Sinn, dass es eine Webseite der Tagesschau gibt. Ich sehe es auch irgendwie täglich, dass es funktioniert, dass die Sender auf Instagram sind. Da bekommen dann doch diverse Leute Nachrichten mit, die es eben nicht mitbekommen würden. Es ist aber jetzt irgendwie etwas merkwürdig aus dem Ruder gelaufen.
Zum einen produzieren die Sender aktuell exklusive Inhalte für kommerzielle Social-Media-Plattformen, ignorieren aber die unkommerziellen Plattformen, die dadurch signifikant benachteiligt werden. Wäre ja schön, wenn die Sender ihre Inhalte nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Mastodon posten würden. Und wenn es nicht nur die Dokus von Arte auf YouTube gäbe, sondern auch auf PeerTube. Dazu kommen dann ganz merkwürdige medienpolitische Entscheidungen auf Druck der Verlagslobby. Die Webseiten der öffentlich-rechtlichen sind ja aufgrund von schlechter Politik extrem kastriert.
In dem Fall wäre die zweigleisige Strategie mindestens verpflichtend. Weil aktuell ist es ja so, dass man, wenn man der Bundesregierung auf einem sozialen Medium zuhören möchte, nur rechte Plattformen zur Verfügung stehen. Mittig-/Linksinteressierte gehen dann leer aus, oder müssen sich halt mit dem rechten Kram abfinden.
Finde zweigleisig auch schon schwierig, aber es müssen mindestens die Alternativen, die da sind, auch genutzt werden. Sonst kommt man doch auch hier seinen “verfassungsrechtlichen Informationsauftrag” nicht nach.
Sehe ich auch so. Es gibt ja immer noch diverse Polizeidirektionen, die über bestimmte Themen einfach nur per Twitter informieren, was dann keiner lesen kann ohne Account.



